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Der Gasthof „DREI LINDEN“ besteht 200 Jahre
Zur Geschichte von Kleinneuschönberg: Caspar von Schönberg, geb. 05.10.1621, erhielt als Erbe vom Vater George Friedrich von Schönberg die Dörfer Pfaffroda, Schönfeld, Dittmannsdorf, Hallbach, Reukersdorf, Zethau und Helbigsdorf. Nach dem 30jährigen Krieg 1648 wollte Kaiser Ferdinand 3., zugleich König von Böhmen, die Katholisierung Böhmens unbedingt erzwingen. So begann für die Protestanten nochmals eine schlimme Zeit. Daraufhin beschlossen ca. 150.000 böhmische Protestanten, ihre Heimat zu verlassen. Caspar von Schönberg nahm viele Flüchtlinge bereitwillig auf. Die Gründung von neuen Dörfern war die Folge.
Nach der Gründung von Kleinneuschönberg 1659 durch Caspar von Schönberg wurde auch ein Gasthof benötigt. Doch darauf mussten die Anwohner noch 147 Jahre warten.
Der heutige Gasthof wurde im Jahre 1806 von Johann Gläser als Gasthof mit Ausspannung erbaut. Er erhielt den Namen
„Gasthof zum grünen Tal“.
Der rege Handel, ließ den Gasthof schnell zu einer beliebten Übernachtungswirtschaft werden. Man konnte seine Pferde ausspannen, ein Nachtmahl einnehmen und seine müden Glieder ausruhen.
Aus einem Fremdenbuch aus den Jahren um 1880 wurden Übernachtungen zum Beispiel wie folgt gezählt:
1880März175Übernachtungen 1880Juli130 Übernachtungen 1880November186 Übernachtungen 1880Dezember229 Übernachtungen 1882Mai140 Übernachtungen
Um 1900 wurde der Gasthof mit Ausspannung zu einem Gasthof mit Saalbetrieb umgebaut. Nicht mehr die Übernachtungen, sondern die Vergnügungen standen im Mittelpunkt der Wirtschaft. Aus dem „Gasthof zum grünen Tal“ wurde der „Gasthof Kleinneuschönberg“.
Die Übernachtungszahlen gingen weit zurück. So zählte man nur noch jährlich 40 Übernachtungen. Ab August 1913 übernahm Georg Oelschlägel den Gasthof Kleinneuschönberg. Er hatte mit dem Gasthof anscheinend nicht sehr viel Glück, zumal von 1914 bis 1918 der 1. Weltkrieg tobte. Kaum Übernachtungen und wenig Umsatz zwangen ihn, im Jahre 1920 den Gasthof aufzugeben und das Inventar zu verkaufen. 1922 beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem leeren Gasthof. Man wollte ihn für industrielle Zwecke verkaufen.
Karl Kirchhof kaufte in der Inflationszeit - am 1. Juni 1923 - den Gasthof. Er benannte ihn in Gasthof „DREI LINDEN“ um.
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Mehrere Um-, Aus- und Anbauten ließen den Gasthof wieder zu neuem Glanz erstrahlen.Übernachtungen für Handelsreisende, Vergnügungen auf dem Saal und in der Gaststube gehörten wieder zum Alltag. Übernachtungszahlen von 250 bis 300 Personen jährlich, in den 30iger Jahren bis zum 2. Weltkrieg, sprechen für sich. Die Verpachtung von Gewerberäumen für einen Frisör und ab 1934 einer Fleischerei, ließen den Geschäftssinn des neuen Inhabers erkennen. Jedoch konnten durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 mehrere vorgesehene Projekte nicht mehr fertig gestellt werden. Karl Kirchhof betrieb nebenbei eine Tischlerei und seine Frau Anna eine kleine Landwirtschaft. Nach dem Zusammenbruch 1945 begann auch für den Gasthof eine schwere Zeit des Neuanfangs. Aber bereits Ende der 50iger Jahre kamen die ersten Gäste in den Gasthof, um Urlaub zu machen. In den 60iger bis 80iger Jahren besuchten jährlich bis zu 50 Urlauber, besonders in den Sommermonaten, den Gasthof. Sportvereine, ein Gesangsverein, die ortsansässige Feuerwehr, der Kleingartenverein, der Geflügelzüchter-verein u. v. m. nutzten wieder das für diese Zwecke eingerichtete Vereinszimmer. Die Töchter Gerda und Erika halfen stets mit und übernahmen nach dem Tod von Karl Kirchhof, der im Alter von 91 Jahren verstarb, am 12.5.1977 den Gasthof. Die politische Wende 1991 spiegelte sich auch im Geschäftsleben des Gasthofes wieder. Das Geld wurde knapp, viele Gäste blieben aus. Das Niveau der Gästezimmer war auf DDR-Standart zurückgeblieben. Viele Vereine erhielten von der Stadt Räumlichkeiten gestellt und blieben dem Gasthof fern. Zum heutigen Tag gibt es nur noch den Geflügelzüchterverein, der regelmäßig seine Versammlungen im Vereinszimmer abhält. Nach 20 Jahren Geschäftstätigkeit, übergaben Erika Tschersich und Gerda Tanneberger den Gasthof an den Enkel von Karl Kirchhof, Gunter Tschersich. Wegen Erbangelegenheiten wurde die Fleischerei mit dem gesamten Saalgebäude aus dem Grundstück herausgetrennt. Da der Gasthof „DREI LINDEN“ im Raum Olbernhau vermutlich der dienstälteste Gasthof ist, versucht der neue Besitzer, den alten dörflichen Charakter des Gasthofes zu erhalten.Wandmalereien, gestaltet von Heinz Porstmann aus dem Ort, dazu das alte Mobiliar und eine erzgebirgische Küche sollen eine gemütliche Einkehr schaffen. Der Neubau einiger Gästezimmer wurde bereits durchgeführt. So warten zunächst ein 2-Bettzimmer und ein 1-Bett- zimmer auf ihre Gäste. Gern sitzt so mancher Kleinneuschönberger mit Leuten aus den umliegenden Orten am alten Stammtisch und erzählt bei einem Glas Bier so manche lustige Geschichte. Familienfeiern erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Über die Stadtgrenzen hinaus ist der Gasthof dafür bekannt, dass man hier schöne Stunden im Familien- und Freundeskreis verbringen kann. Ein wunschgemäßes Buffet rundet den Erfolg der Feier ab. Gern ist das Ehepaar Tschersich bei der Beschaffung der unterhalterischen Umrahmung der Gesellschaft behilflich.
Die Wirtsleute Gunter und Barbara Tschersich werden sich auch in Zukunft stets bemühen ein guter Gastgeber zu sein.
Seien alle Gäste herzlich willkommen im Gasthof „DREI LINDEN“
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